Sitemap
Startseite
Fachliteratur
Formular-Center

Asset Allocation
Fondsakademie
 
 

      Asset Allocation

 

Auf die "ganze Manschaft" kommt es an!

Der Beriff Asset Allocation ist zu einem Modewort in der Finanzbranche geworden. Fast in jedem Prospekt einer Bank oder Fondsgesellschaft finden Sie diesen Begriff. Aber was bedeutet Asset Allocation überhaupt und was stekt dahinter?

Unter Asset Allocation versteht man die Aufteilung seines Vermögens auf verschiedene Anlageklassen. Wieviel Sie anteilig  in Geldmarkt, Renten, Immobilien, Aktien und alternative Investments (z.B. Hedgefonds)  investieren. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Vermögensanlage liegt in der Asset Allocation. Durch Sie kann die Rendite eines Portfolios bei konstatem Risiko erhöt werden.

    

Ein Fussball Star alleine wie z.B. Weltfussballer Ronaldinho hätte gegen eine Kreisklassenmannschaft mit elf Spielern wohl auch keine Chance! Weder könnte er das Spiel gewinnen noch irgendwelche Titel sammeln!
   

Ähnlich wie im Fussball verhält es sich mit der Vermögensanlage. Einzelne Topfonds oder Spitzenprodukte bestimmen nicht den langfristigen Anlageerfolg eines Portfolios. Wichtiger ist eine ausgewogene Asset Allocation. Es zahlt sich aus, diesem Investitionsgrundsatz zu folgen: Laut World Wealth Report 2004 haben die High Net Worth Individuals - Wohlhabende, die mehr als 1 Million US_Dollar anlegen ihr Vermögen von 2002 auf 2003 um 7,7 Prozent gesteigert (Quelle: Merrill Lynch) Die Hauptgründe für dieses Wachstum liegen in der Asset Allocation. Sie haben ihr Geld auf Geldmarkt, Renten, Immobilien, Aktien und Alternative Investments verteilt. Die Asset Allocation ist jedoch keine Erfindung der Vermögenden. Ihre Urspünge reichen weit in die Geschichte zurück. Bereits im vierten Jahrhundert nach Christus empfahl der Rabbi Isaac bar Aha im Talmud, das Vermögen zu jeweils einem Drittel auf Land, Warenhandel und Bargeld aufzuteilen. Auch die Kaufleute im Mittelalter folgten diesem Prinzip. Sie verteilten ihre Ware auf verschiedene Flotten, um das Ausfallrisiko zu minimieren, wenn ein Schiff unterging. Jedoch erst im 20. Jahrhundert hat Harry Markowitz eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Berechnung des optimalen Portfolios entwickelt. Seitdem ist die Vermögensanlage nicht mehr das Ergebnis von Glück und Zufall, sondern von gezielten Anlagentscheidungen. In seiner "Modernen Portfolio Theorie" hat Markowitz gezeigt, wie durch die Verteilung des Kapitals auf unterschiedliche Anlageklassen die Rendite eines Portfolios bei gleichem Risiko erhöht oder wie bei gleich bleibender Rendite das Risiko gesenkt werden kann - die sogenannte Effezienzkurve.

Wesentlich ist dabei, dass sich die Anlageklassen unabhängig entwickeln, also nicht oder nur gering korrelieren. Die Spanne der Korrelation wird in Werten zwischen +1 und -1 ausgedrückt. Liegt der Wert bei +1, entwickeln sich die Anlageklassen identisch, liegt er bei -1, bewegen sie sich entgegengesetzt. Bei einem Wert von 0 bewegen sich die Anlageklassen vollkommen unabhängig voneinander. Je niedriger die Korrelation zwischen den Einzelanlagen ist, desto mehr kann das Risiko des Portfolios durch die Asset Allocation reduziert werden. Als negativ korrelierend gelten Aktien und Renten. Historisch gesehen sinken die Zinsen von Renten und die Aktienkurse steigen - und umgekehrt. Richtig gemixt können deshalb auch riskantere Anlagen wie zum Beispiel Hedgefonds das Gesamtrisiko eines Portfolios senken. In jedem Fall gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Oder anders ausgedrückt: Das Risiko eines Portfolios aus verschiedenen Anlagen ist immer kleiner als das druchschnittliche Risiko der einzelnen Anlagen, maximal ist es gleich gross. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinader, wie gross die Wirkung der Asset Allocation auf das Portfolio ist. Lange Zeit wurde eine Studie von Gary Brinson zitiert, wonach 90 Prozent der Performance eines Portfolios von der Asset Allocation abhängt. Es stellte sich jedoch heraus, dass seine Studie lange von der Fachwelt falsch interpretiert wurde. Brinson hatte lediglich festgestellt, dass die Schwankungen eines Portfolios über 90 Prozent von der Asset Allocation bestimmt werden. Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Rendite und Asset Allocation blieb jedoch unbeantwortet. Antoworten, wenn auch voneinader abweichenden, gaben erst neuere Untersuchungen. Der Wissenschafter Roger Ibbotson belegt, dass der Erfolg eines Portfolios zu rund 40 Prozent von der Asset Allocation abhängt, andere Stimmen gehen von bis zu 60 Prozent aus. Die anderen Erfolgsfaktoren bestünden in der kurzfristigen Über- und Untergewichtung einzelner Positionen und der Auswahl von den jeweiligen einzelnen Investments. Bei der Vermögenswaltung ist es also genauso wie im Fussball: Langfristigen Erfolg sichert nur die Mannschaftsleistung, jedoch kurzfristige geben Stars wie Ronaldinho oft den Ausschlag über Sieg - oder Niederlage.

 

 

 

 


Praxisbeispiel aus der Vergangenheit:

Hätten Sie 100.000 Euro in vier Anlageklasse investiert, beispielsweise zu je 25.000 Euro pro Assetklasse. Wie hätte sich dieses "naive Portfolio" (alle Anlageklassen werden gleich gewichte) in der Vergangenheit entwickel?

           Fondsauswahl des Beispiels:

  Anlageklasse   Fondsauswahl   Anlagebetrag   Portfolio Factsheet
  
  Geldmarkt   DWS Geldmarktfonds    25.000 Euro     Übersicht
  Renten   dit-Europazins    25.000 Euro     Wertentwicklung
  Immobilien   CS Euroreal    25.000 Euro     Risiko
  Aktien   Fidelity European Growth Fund    25.000 Euro
 100.000 Euro